Kostenloses CDN für WordPress einrichten

Kostenloses CDN für WordPress Mediathek einrichten

Wer mehr aus seiner eigenen WordPress Seite herausholen möchte, sollte es nicht dabei belassen, ein schönes WordPress Theme zu installieren und ordentlich drauf los zuschreiben. Mittels zahlreichen WordPress Plugins können wir nicht nur WordPress um unzählige Funktionen erweitern, sondern auch die Ladezeit erheblich verkürzen.

Erstmal möchte ich in diesem Artikel erklären, wie man völlig kostenlos sein eigenes Content Delivery Network für die WordPress Mediathek anlegt und dafür sorgt, dass mehrere Server Anfragen gleichzeitig von ein und demselben Browser erfolgen können. Wem das jetzt zu schnell ging, dem erkläre ich das Prozedere weiter unten, noch mal ganz in Ruhe und der Reihe nach. Versprochen.

Wofür steht  CDN bzw. Content Delivery Network und was macht es?

Als Content Delivery Netzwork bezeichnet man ein Netzerk regional verteilter Server, die dazu dienen, große Mediendateien (also Bilder, Videos oder Scripte) auszulagern. Nimmt man beispielsweise Youtube, kann man hier von einem CDN sprechen, da diese Videos auf vielen Servern weltweit verbreitet liegen und über ein so genanntes Content Delivery Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.

Wenn wir also beispielsweise in Belgien, Deutschland oder anderen Ländern ein Video auf Youtube anschauen möchten, werden wir höchstwahrscheinlich kein Video aus Amerika anschauen, sondern das Video von einem Server betrachten, der sich ganz in unserer Nähe befindet. Denn dort wird das Video zwischengespeichert, um es dann schneller ausliefern zu können.

Eigenes CDN für WordPress erstellen - Kostenlos

Aufbau eines CDN – Quelle: cdnetworks.com

 

Das Prinzip wird nicht nur für Videos genutzt, sondern auch bei Dateien, die man mittels Cache System ausliefern kann. Das betrifft beispielsweise JPG, GIF, CSS, JavaScript oder HTML Dateien. Damit diese Dateien nicht vom eigenen Webserver heruntergeladen werden müssen, kann man diese Dateien dann ebenfalls in ein Content Delivery Network ablegen und damit die Ressourcen des Servers schonen, Traffic einsparen und die gleichzeitigen Anfragen eines Web Browsers erhöhen. Und genau darum geht es in dieser Anleitung.

Machen ausländische Content Delivery Network Anbieter überhaupt Sinn?

Jain, denn oft glauben Webseitenbetreiber, dass es reicht, einen CDN Anbieter auszuwählen und seine Mediendateien auszulagern. Hier wird jedoch oft vergessen, dass diese Anbieter meistens im Ausland sind und ihre CDN Server von Übersee anbieten. Da die eigentliche Abfrage durch den Besucher unserer WordPress Seite erst nach Amerika oder Asien weitergeleitet wird, um dann die Medien wieder an den Besucher unserer Seite auszuliefern, hat man das eigentliche Ziel der schnelleren Auslieferung dann verfehlt.

Es macht also nur dann Sinn, einen CDN Anbieter zu nutzen, wenn dieser auch sein Netzwerk in der Nähe unserer Webserver anbietet und damit garantiert, dass die Ladezeit unserer WordPress Seite unnötig verzögert wird.

Wie erkenne ich, ob meine Internetseite schnell oder langsam geladen wird?

Wer beispielsweise das WordPress Plugin W3 Total Cache nutzt, kann bequem über das dazugehörige Dashboard, das Analyse Tool: PageSpeed Insights nutzen, um die Geschwindigkeit seiner Webseite zu prüfen. Dieser Dienst funktioniert natürlich auch ohne ein entsprechendes WordPress Plugin.

Zusätzlich kann man auch auf weitere Dienste wie Yahoo YSlow zurückgreifen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und dabei prüfen will, wie die Ladezeit auf deutschen Servern aussieht, kann beispielsweise den Dienst von PageSpeed.de nutzen. All diese Webseiten bieten ausführliche Statistiken zu der Ladezeit und der Anzahl an aufgebauter Verbindungen zu Deiner Webseite. Sie sind also ganz hilfreich, wenn Du wissen möchtest, wo die Bremsen Deiner Webseite liegen.

Gibt es kostenlose CDN Anbieter?

Das kann ich pauschal nicht beantworten. Wenn es sie gibt, würde ich jedoch auf solche Anbieter verzichten. Da diese ja in der Regel auch ihr Geld zusammenhalten möchten und erfahrungsgemäß niemand etwas zu verschenken hat.

Man könnte jetzt zwar im Internet nach Diensten wie Cloudlfare Ausschau halten, doch bleibt hier zu klären, ob dieser Dienst Content Delivery Netzwerke in der Nähe unserer Webserver anbietet und nicht nur Server in Amerika zur Verfügung stellt.

Mit diesem Abschnitt kämen wir dann auch zum eigentlichen Teil unserer Anleitung. Denn spätestens jetzt erkläre ich, wie man ohne CDN Anbeiter die eigene WordPress Seite schneller macht. Dazu werden wir uns die Subdomains unserer WordPress Seite zu Nutzen machen und die Medieninhalte wie Bilder oder Videos auf eine eigene Subdomain auslagern.

Da WordPress für solche Zwecke relativ einfach umzustricken ist, geht das auch relativ schnell und ohne viel Aufwand.

Warum nutzen wir eine Subdomain für die Medien & statischen Dateien unserer WordPress Seite?

Da von den meisten Browser zwischen 2 bis 4 Anfragen gleichzeitig bearbeitet werden können, müssen wir erstmal dafür sorgen, dass die Anzahl der gleichzeitigen Anfragen entsprechend erhöht wird. Da die Anzahl der Anfragen pro Domain begrenzt wird, können wir die Medien unserer WordPress Seite auf eine andere Domain auslagern und somit die Anzahl der Anfragen künstlich erhöhen.

Da wir aber keine weitere Domain zur Verfügung haben, werden wir ganz einfach eine Subdomain dafür nutzen und so ebenfalls die Anzahl der gleichzeitigen Anfragen des Browsers erhöhen. DIe Subdomains könnten dann beispielsweise so aussehen:

  • images.blogger-base.net
  • scripte.blogger-base.net

In diesem Beispiel nutze ich die Subdomain: „Images“ dazu, um die Bilder unserer WordPress Mediathek, von dieser Subdomain laden zu lassen. Die Scripte (also JavaScripte, CSS-Dateien, etc.) werden hierbei von der Subdomain: „Scripte“ heruntergeladen.

Welche Vorbereitungen sollte ich vor der Einrichtung eines eigenen CDN treffen?

Wie immer gilt, die eigene Webseite, also auch die SQL Datenbank lokal zu sichern. Falls etwas schief geht oder nicht so läuft, wie Du dir es wünschst, kannst Du mit dem Backup, den alten, funktionierenden Stand der WordPress Seite wiederherstellen.

In einem anderen Artikel habe ich zwar erklärt, wie man eine WordPress Seite richtig umzieht, doch darin wird auch beschrieben, wie man ein Backup der eigenen WordPress Seite erstellt und dieses auch wieder einspielt. Falls Du also nicht weißt, wie Du vorgehen kannst, um ein Backup Deiner WordPress Seite zu machen, solltest Du dort erst einmal weitermachen.

Was wird alles benötigt, damit das CDN für meine WordPress Seite funktioniert?

Damit alles reibungslos funktioniert und ohne großer Ausfallzeit von statten geht, sollten wir vorab  ein paar Informationen reinholen. Ich werde eine Übersicht der Dinge auflisten, die wir benötigen. Aber keine Angst, natürlich werde ich auch erklären, wie wir an diese Informationen kommen.

  1. Subdomain einrichten
  2. Den absoluten Serverpfad unserer Subdomain ermitteln
  3. Dateien der Mediathek auf Subdomain umziehen
  4. SQL Datenbank unserer WordPress Seite aktualisieren
  5. WordPress Einstellungen anpassen
  6. Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing über die veränderte Struktur informieren
  7. Unsere WordPress Seite auf Fehler testen

Anleitung für ein eigenes WordPress CDN:

Als erstes sollten wir natürlich eine Subdomain einrichten. Da wir in dieser Anleitung erst einmal die Bilder unserer WordPress Seite, sowie die dazugehörige Mediathek auf diese Subdomain auslagern möchten, sollten wir den Namen der Subdomain passend treffen.

In meinem Beispiel ist es also der Name: „Images.blogger-base.net“. Verschiedene Webserver Anbieter bieten Ihren Kunden eine entsprechende Administrationsoberfläche, die die Einrichtung einer Subdomain erleichtert. Damit kann man schnell und ohne umständliche Serverkonfiguration, die zur Domain passende Subdomain einrichten.

Den absoluten Serverpfad ermitteln:

Haben wir die Subdomain erst einmal erstellt, müssen wir den absoluten Serverpfad unserer Subdomain ermitteln. Der absolute Serverpfad ist deshalb wichtig, da wir zu einem späteren Zeitpunkt, WordPress mitteilen müssen, wo nun unsere Dateien liegen bzw. in Zukunft liegen werden.

Um an den absoluten Serverpfad unserer Subdomain zu kommen, müssen wir eine PHP-Datei erstellen, die wir beispielsweise: „pfad.php“ nennen. Inhalt dieser Datei muss der folgende Code sein:

<? echo dirname(__FILE__); ?>

Um Dir ein wenig Arbeit zu ersparen, habe ich die Datei bereits hochgeladen. Lade sie also einfach herunter und entpacke das ZIP-Archiv auf Deinem Computer. Darin befindet sich dann die PHP-Datei.

PHP Code - Absoluter Serverpfad per PHP Datei ermitteln

Nachdem wir nun die Datei erstellt oder heruntergeladen haben, müssen wir diese mit einem FTP Programm in das Webverzeichnis unserer Subdomain hochladen und diese über den Browser aufrufen. In unserem Fall wäre das die Adresse: images.blogger-base.net/pfad.php.

Es wird uns nun der absolute Pfad der Subdomain ausgegeben. Dieser sieht anhand meiner Anleitung folgendermaßen aus:

/www/htdocs/w0012345/bloggerbasesubdomainimages/uploads

Diesen Pfad sollten wir aus Sicherheitsgründen irgendwo notieren und die Datei wieder von unserem Webserver löschen.

Die Inhalte der Mediathek verschieben:

Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass unsere Dateien aus der WordPress Mediathek, in unsere Subdomain umziehen. Dazu können wir die Ordner und Dateien aus dem WordPress Verzeichnis: „./wp-content/uploads“ entweder verschieben oder kopieren.

Ich empfehle die Dateien jedoch zu kopieren, da wir ja mit der Einrichtung unseres eigenen CDN Dienstes noch nicht fertig sind und den Besuchern unserer WordPress Seite keine fehlerhafte Seite präsentieren möchten.

Je nach Größe der Mediathek, kann der Transfer unserer Dateien und Verzeichnisse ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Nutzen wir die Wartezeit, um mit dem nächsten Schritt weiter zu machen.

Die SQL-Datenbank anpassen:

Widmen wir uns also der SQL Datenbank unserer WordPress Seite. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es sinnvoller ist, die Dateien unserer Mediathek, in das Verzeichnis unserer Subdomain zu kopieren. Falls dieser Schritt also so gemacht wurde, wird den Besuchern nach wie vor die ursprüngliche Mediathek angezeigt.

Um den Umzug aber abzuschließen, müssen wir die Verzeichnisstruktur und Links unserer WordPress Seite anpassen. In meinem Beispiel nutze ich dafür das mächtige PHP Tool: „phpMyAdmin“. Die meisten Webserver Anbieter bieten dieses Tool zu jedem Hosting Paket an. Da jeder Hosting Anbieter unterschiedliche Administrationsoberflächen anbietet, solltest Du beim Support  nachfragen, wo phpMyAdmin zu finden ist.

BEVOR WIR AN DER SQL DATENBANK UNSERER WORDPRESS SEITE ARBEITEN, SOLLTEN WIR AUF JEDEN FALL EIN SICHERUNG DAVON ERSTELLEN. IN EINEM ANDEREN ARTIKEL HABE ICH BEREITS ERKLÄRT, WIE DAS MIT WORDPRESS FUNKTIONIERT.

In phpMyAdmin navigieren wir zum SQL Abfragefenster und geben folgenden Befehl ein:

UPDATE wp_posts SET post_content = REPLACE(post_content, ‚https://blogger-base.net/wp-content/uploads/‘, ‚https://images.blogger-base.net/‘);

SQL Abfrage - Mediathek auf CDN umlagern

Wichtig hierbei ist jedoch, dass wir darauf achten, dass die Tabellen-Präfixe unserer WordPress Installation übereinstimmen und die Namen der Domains natürlich entsprechend angepasst wurden.

Da meine Seiten mit SSL verschlüsselt sind, solltet Ihr auch darauf achten, dass Ihr das „s“ hinter dem „http“ entfernt. Natürlich auch nur dann, wenn ihr keine SSL Verschlüsselung für eure WordPress Seite nutzt.

Wenn alles reibungslos funktioniert hat und der SQL Befehl ohne Fehlerausgabe durchgeführt wurde, haben wir nun WordPress soweit gebracht, dass die kopierten Dateien der WordPress Mediathek, aus unserer Subdomain angezeigt werden und nicht mehr von unserer Hauptdomain. Jiiihaaaa!

Zukünftige Uploads der Mediathek einrichten:

Damit WordPress nun auch die zukünftigen Uploads der Mediathek, in das Verzeichnis unserer Subdomain kopieren wird, müssen wir die WordPress Einstellungen unserer Mediathek anpassen. Leider funktioniert das seit der WordPress Version 3.5 nicht mehr über die Administrationsoberfläche. Damit diese Einstellung trotzdem vorgenommen werden kann, wurde von RVOLA das WordPress Plugin: „WP Original Media Path“ entwickelt.

Damit erhält die Administrationsoberfläche von WordPress wieder die Einstellungsmöglichkeit, die seit der WordPress Version 3.5 entfernt wurde. Gut, ich sollte jetzt noch erwähnen, dass man die Einstellungen auch in der Datei: „wp-config.php“ vornehmen könnte, doch das hat das Team von Compukick.de bereits in einem ausführlichen Artikel beschrieben. Dort wird erklärt, welche Einstellungen man in der Datei: „wp-config.php“ vornehmen muss, damit das Upload Verzeichnis von WordPress geändert wird.

Zurück zu den Einstellungen, die wir in dem WordPress Plugin: „WP Original Media Path“ vornehmen müssen. Wir benötigen nun, den Anfangs notierten absoluten Serverpfad, um diesen dann in den Einstellungen des WordPress Plugins zu übernehmen. Anbei ein Screenshot, wie das bei mir aussieht:

Eigenes WordPress CDN - Pfad der Mediathek ändern

Upload Pfad der Mediathek ändern

 

Hier sehen wir im ersten rot markierten Block, dass ich dort den absoluten Pfad eingetragen habe. Im zweiten roten Block habe ich dann die komplette Adresse zu dem Upload Verzeichnis meiner neu angelegten Subdomain eingetragen. Dann noch auf: „Änderungen übernehmen“ klicken und damit die eingetragenen Einstellungen speichern.

Suchmaschinen über neuen Speicherort informieren:

Da die Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing nun sicherlich unsere alten Adressen zu den Bildern indexiert haben, müssen wir ihnen nun mitteilen, dass sich unsere Bilder an einer anderen Stelle befinden. Viele Benutzer suchen beispielsweise auch in der Google Bildsuche nach Bildern, die zu unserer Internetseite führen. Damit dies auch weiterhin zuverlässig funktioniert, muss den Suchmaschinen mitgeteilt werden, dass die alte Adresse unserer Bilder automatisch auf die neuen Bilder weitergeleitet wird.

Hier können wir unsere .htaccess Datei nutzen, die standardmäßig in Hauptverzeichnis unserer WordPress Seite zu finden ist. Diese müssen wir mit einem FTP Programm herunterladen, um sie dann mit einem Editor bearbeiten zu können. In dieser Datei müssen wir dann die folgenden Code Zeilen einfügen:

RedirectMatch 301 ^/wp-content/uploads/(.*)$ /uploads$1

Nun müssen wir noch die .htaccess Datei speichern und wieder in das Hauptverzeichnis unserer WordPress Seite hochladen. Nun sollten die Suchmaschinen unserer WordPress Seite, automatisch die neue Adresse der Bilder finden.

Webseite auf Fehler prüfen:

Jetzt, nachdem wir nun alle Einstellungen vorgenommen haben, sollten wir unsere WordPress Seite auf Fehler prüfen. Ich empfehle die Seite mit dem Smartphone, Tablet und dem Desktop PC auf Fehler bzw. auf fehlende Bilder zu testen. Sollte alles einwandfrei angezeigt werden, haben wir unser erstes, eigenes CDN für unsere WordPress Mediathek erstellt.

Blogger-Base

Blogger-Base

Mein Name ist David und ich bin Gründer dieses Blogs. Ich versuche Dir & mir WordPress in Form von interessanten & ausführlichen Anleitungen näher zu bringen.

Wenn Du Fragen zu meinen Beiträgen oder generell zu WordPress hast, kannst Du Dich gerne bei mir melden. 👍
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